Aktuelles

Was die Privattheater leisten, auch ein Nachruf auf Horst Johanning

Als kürzlich in Essen erwogen wurde, das städtische Schauspielhaus zu schließen, fand das zurecht einiges an überregionaler Aufmerksamkeit. Nicht anders ging es der Stadt Bonn, die zunächst die städtische Oper infrage stellte, dann aber doch eher die Stadttheater-Sparte Schauspiel abschaffen wollte. Dass auch dieser Vorschlag gerade einmal eine Halbwertzeit von drei Wochen hatte, verdankte man nicht nur dem lokalen Widerstand der Bürgerschaft und des Theaters selbst, sondern auch der kritischen Berichterstattung in den bundesweiten Medien. Ganz anders ging es dem Theater im Rathaus in Essen, einem Privattheater. Als das im Sommer dieses Jahres wegen mangelnder Unterstützung der Stadt nach 35 Jahren seine Tore schließen musste, nahm davon kaum jemand außerhalb Essens Notiz. Auch die drohende Insolvenz des privat geführten Bonner Euro Theaters Central, einer Institution des literarischen Theaters, scheint jenseits der Stadtgrenzen nur wenige zu erregen. Nun starb ebenfalls in dieser Stadt einer der Doyens des deutschen Privattheaters, Horst Johanning. Immerhin war dies dem Theaterportal nachtkritik eine Meldung ebenso wert, wie in der Theaterzeitschrift Die deutsche Bühne ein einfühlsamer Nachruf erschien (https://www.die-deutsche-buehne.de/aktuelles/nachruf-horst-johanning/). Und doch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren: Die deutschen Privattheater werden in der öffentlichen Meinungsbildung eher stiefmütterlich behandelt, auch wenn sie sich beim Publikum meist großer Beliebtheit erfreuen. Grund genug, einmal der Frage nachzugehen, was sie hierzulande leisten.

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Auf ein Neues: Die Bundesregierung reformiert das Vergaberecht

Eine Reform von Staat und Gesellschaft hat sich die amtierende Bundesregierung auf die Fahnen geschrieben. Es sollte vieles anders werden, als man es bisher gewohnt war. Entbürokratisierung war das Stichwort, mit dem die guten Absichten kommuniziert wurden. Wer jedoch die öffentliche Debatte zurzeit verfolgt, stellt erstaunt fest: Mittlerweile misst sich der Grad der wirklichen Reformbereitschaft, die seitens der Bundesregierung vermittelt wird, an der Intensität, mit der in die sozialen Systeme und die Arbeitnehmerrechte eingegriffen werden soll. Geredet wird beispielsweise über Rentenkürzungen, Abstriche bei der Krankenversicherung, ärztliches Attest am ersten Tag der Krankmeldung sowie die Ausweitung der Befristung von Arbeitsverhältnissen. Ob die Konzentration auf solche Themen ein Erfolg der Lobbyarbeit der Industrie ist, mag dahinstehen. Erstaunlich ist die Fixierung der öffentlichen Meinungsbildung darauf. Sie führt dazu, dass manches, was Verwaltungsprozesse wirklich vereinfacht und niemandem weh tut, durch weite Teile der Presse und des Rundfunks kaum noch wahrgenommen wird. Eins dieser Themen ist das Vergaberecht. Gerade hier aber tut sich etwas, das die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verdient: Die radikale Verschlankung der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO).

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Das Sparen an der Kultur

Als Bund und Länder sich kürzlich über die Gesundheitsreform zu verständigen hatten, forderte die saarländische Ministerpräsidentin, so war in der Presse zu lesen, höhere Zuschüsse des Bundes für die Krankenhäuser mit der Begründung, schließlich hätten diese die jährlich für den öffentlichen Dienst vereinbarten Lohnerhöhungen zu finanzieren; das sei aus eigenen Mitteln kaum möglich. So richtig dies ist, so sehr ist es aus Sicht der Kultur mehr als bemerkenswert. Denn ab Ende der 1990er Jahre gehörte die Weigerung von Ländern und Kommunen, den Theatern und Orchestern die Zuschüsse für die von diesen Rechtsträgern selbst verfügten Lohnerhöhungen zu erhöhen, zum Standardrepertoire. Die Konsequenz dieser damaligen Kulturpolitik: Personalabbau, Haustarifverträge mit Lohnkürzungen, Arbeitsintensivierung.

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